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Schlüsselübergabe: Das musst du darüber wissen

Du hast deinen Traummieter endlich gefunden und nun steht die Schlüsselübergabe bevor. Doch welche Aufgaben rund um die Schlüsseln fallen in deinen Aufgabenbereich und welche in den deines Mieters? Wie schaut es außerdem mit den Kosten, die mit der Übergabe verbunden sind, aus- wer muss sie übernehmen? Diese und viele weitere Fragen rund um das Thema Schlüsselübergabe klären wir in diesem Post ab!

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt keine gesetzliche Regelung, die vorschreibt, wie viele Schlüsseln du deinem Mieter tatsächlich übergeben musst. Du darfst allerdings keinen einzigen Schlüssel behalten und musst dafür sorgen, dass er alle erhält. 
  • Bei einem Schlüsselverlust kommt es darauf an, ob deinen Mieter eine Schuld am Verlust trifft oder eine Missbrauchsgefahr besteht, also etwa, dass jemand in die Wohnung einbrechen könnte. Ist eines davon der Fall, so muss dein Mieter die Kosten für einen Schlosstausch übernehmen. Eine Grenze hier zu ziehen ist oft sehr schwer und muss im Einzelfall genauestens überprüft werden. 
  • Du kannst dir eine sogenannte Sicherstellung von deinem Mieter holen, wenn du zusätzliche Schlüssel für die allgemein zugänglichen Teile des Wohnhauses für ihn anfertigen lassen musst. Diese Sicherstellung beläuft sich auf die Höhe der Anschaffungskosten der Zusatzschlüssel. Beachte aber, dass du dem Mieter diesen Betrag zurückzahlen musst, sobald er auszieht.

 

Schlüsselübergabe: So solltest du vorgehen

Wie viele Schlüssel muss ich meinem Mieter übergeben?

Gesetzlich gibt es keine konkrete Regelung, wie viele Schlüssel du deinem Mieter für die Wohnung tatsächlich zu übergeben hast. Fest steht aber, dass du ihm grundsätzlich alle Schlüssel, die du für das Wohnobjekt besitzt, überbringen musst. Halte die Anzahl an übergebenen Schlüsseln bestenfalls auch im Mietvertrag fest. Mit der Unterschrift deines Mieters bestätigt er dies und gibt sich damit einverstanden. Beachte aber, dass er sich jederzeit so viele Schlüssel nachmachen lassen kann, wie er möchte. Darüber muss er dich allerdings informieren.

 

Andere Regelungen gelten für die Schlüsseln für die allgemein zugänglichen Teile des Wohnhauses, wie zum Beispiel das Haustor oder der Fahrradabstellraum. Hier musst du dafür sorgen, dass dein Mieter so viele Schlüssel erhält, wie viele er benötigt. Dazu zählen nicht nur seine Mitbewohner. Er kann etwa auch Schlüssel für seine Putzkraft oder den Babysitter von dir verlangen.

 


Darf ich einen Ersatzschlüssel behalten?

Du darfst grundsätzlich keinen einzigen Ersatzschlüssel für das Wohnobjekt behalten, es sei denn, dein Mieter ist damit einverstanden. Beachte aber, dass selbst wenn er dir die Erlaubnis dafür gibt, einen Ersatzschlüssel zu haben, du keinesfalls unangemeldet die Wohnung betreten darfst. Besuche musst du stets mit deinem Mieter vorher absprechen. 


Notfälle sind die einzige Ausnahme, die dir erlauben, die Wohnung deines Mieters ohne Absprache zu betreten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Wasserrohr oder eine Gasleitung gebrochen ist. Wenn eine Gefahr für das restliche Wohnhaus herrscht, musst du dich auch nicht vorher anmelden. Um gröbere Schäden zu vermeiden, darfst du außerdem die Information von deinem Mieter einfordern, wo sich der Zweitschlüssel für Notfallsituationen befindet. Wenn er keinen Zweitschlüssel deponiert hat, muss er dir die bei einem Notfall anfallenden Kosten für einen Schlüsseldienst erstatten. Im Zweifel hast du sogar das Recht, die Wohnungstür auf Kosten deines Mieters aufbrechen zu lassen.

 

Wer übernimmt die Kosten bei einem Schlüsselverlust?

Dein Mieter muss dich stets darüber informieren, wenn ein Schlüssel fehlt, ganz gleich ob er geklaut wurde oder er ihn verloren hat. Du kannst dann entscheiden, ob du das Schloss auswechseln lassen möchtest, oder nicht. 


Dein Bewohner muss die Kosten eines Schlosstauschs immer dann übernehmen, wenn ihn die Schuld am Verlust trifft oder aber eine Missbrauchsgefahr besteht, also etwa, dass jemand in die Wohnung einbrechen könnte. In der Praxis ist die Grenze zwischen Verschulden und Nichtschuld oftmals schwer zu ziehen.

 

Tipps: Schlüsselübergabe

Hole dir eine Sicherstellung von deinem Mieter

Solltest du neue Schlüssel für die allgemeinen Teile des Wohnhauses anfertigen lassen müssen, weil dein Mieter beispielsweise zusätzliche Schlüsseln für seine Putzkraft benötigt, kannst du eine sogenannte Sicherstellung von ihm verlangen. Diese muss in Höhe der Anschaffungskosten der Schlüssel sein. Sobald ihr das Mietverhältnis beendet, musst du ihm das Geld für die Anfertigung wieder zurückgeben


Falls du einen Schlosstausch durchführen solltest, musst du deinem Mieter wieder die selbe Anzahl an Schlüsseln zur Verfügung stellen wie zuvor. Beachte, dass du eine Sicherstellung hierfür nicht nochmal verlangen darfst.

 


Plane eine persönliche Schlüsselübergabe

Sorge dafür, dass die Schlüsselübergabe- sowohl beim Einzug deines neuen Mieters als auch beim Auszug des alten, stets persönlich abläuft. So kannst du offene Fragen klären und eventuelle Auseinandersetzungen vermeiden. Außerdem gibst du ihm damit von vornherein ein Gefühl von Willkommensein, da du dir extra die Zeit für ihn nimmst, ihm die Schlüssel persönlich zu überbringen.

 

Fazit

Mit einer Schlüsselübergabe sind deutlich mehr Dinge verbunden, als dem neuen Nachmieter bloß seine Schlüssel in die Hand zu drücken und ihm alles Gute zum Einzug zu wünschen. Vielmehr musst du dich schon im Voraus etwa mit der Anzahl der Schlüsseln, die du ihm bereitstellen möchtest, befassen und mögliche Mehrkosten, die im Zuge eines Schlosstausches oder ähnlichem aufkommen könnten, in Betracht ziehen. In der Regel kommt es aber nicht allzu oft zu Situationen, die einen Mehrkostenaufwand in Verbindung mit den Schlüsseln darstellen. Für die Übergabe würden wir dir außerdem noch empfehlen, deinem Mieter die Wohnschlüssel persönlich auszuhändigen.

 

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