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Wohnungsvermietung an Angehörige: Das gibt es zu beachten

Deine Wohnung an ein Familienmitglied oder einen guten Freund zu vermieten kann im ersten Augenblick sehr attraktiv auf dich wirken, weil du den Mieter gut kennst und somit grundsätzlich darauf vertrauen kannst, dass er sich ordnungsgemäß verhalten und mit deinem Objekt sorgsam umgehen wird. Dennoch gibt es einige Dinge, die du beachten solltest, wenn du dich dazu entscheidest, deine Wohnung an einen nahen Angehörigen zu vermieten. Wir zeigen dir alles, was du rund um dieses Thema wissen musst.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn du dein Objekt an einen nahen Angehörigen vermieten möchtest, ist es dir erlaubt, den Mietpreis für ihn zu senken. Aber Vorsicht: um steuerliche Vorteile vollständig ausschöpfen zu können, sollte der Mietpreis unbedingt mehr als zwei Drittel des ortsüblichen Mietzinses ausmachen. Andernfalls kannst du die Steuer nur mehr anteilig absetzen. 
  • Bei den Nebenkosten solltest du keinesfalls Vergünstigungen vereinbaren. Du musst diese nämlich unabhängig von der Kaltmiete deines Angehörigen zahlen und somit selber für die Differenz aufkommen. 
  • Verzichte nicht auf einen schriftlichen Mietvertrag. Dieser dient nämlich zu Beweiszwecken sowohl für den Steuerausgleich als auch für eventuelle Auseinandersetzungen. Außerdem können beiden Parteien jederzeit auf die schriftlich festgehaltene Vereinbarung zurückgreifen.

 

Das musst du über die Wohnungsvermietung an Angehörige wissen

Wie setze ich den Mietpreis?

Die allgemeinen Regeln für die Mietpeissetzung sind bei einer Vermietung an Angehörige grundsätzlich dieselben. In diesem Post haben wir bereits ausführlich über eine angemessene Setzung des Mietpreises berichtet. Wenn deine Wohnung beispielsweise nicht dem MRG (Mietrechtsgesetz) unterliegt, hast du keine preislichen Ober- oder Untergrenzen, an die du dich halten musst. Demnach ist es dir auch erlaubt, die Miete für einen Angehörigen zu senken. Aber Achtung: Du solltest den Mietpreis nicht zu niedrig setzen, da du sonst steuerliche Vorteile nicht mehr (vollständig) nutzen könntest. Im folgenden Absatz erklären wir dir wieso.

 

Welche steuerlichen Vorteile habe ich durch das Vermieten an Angehörige?

Wenn du deine Immobilie an einen Freund oder Verwandten vermietest, wirst du dazu neigen, den Mietpreis eher zu senken als zu erhöhen. Achte aber darauf, dass die Miete nicht zu niedrig ist. Da du für einige Aufwendungen, wie beispielsweise Sanierungsarbeiten oder Betriebskosten selber aufkommen musst, kannst du diese sogenannten Werbungskosten von der Steuer absetzen. Damit du diesen steuerlichen Vorteil maximal ausschöpfen kannst, muss die Kaltmiete mindestens zwei Drittel (66%) vom ortsüblichen Mietzins betragen. Hast du die Miete für deinen Angehörigen niedriger als zwei Drittel gesetzt, kannst du die Steuer nur noch anteilig absetzen.

Das bedeutet, wenn der ortsübliche Zins beispielsweise 500€ beträgt, die Miete deines Angehörigen aber nur 300€ im Monat ausmacht, dass du nicht die vollen 300€, sondern nur 60% davon, also 180€, von der Steuer absetzen darfst, weil 300€ im Vergleich zum ortsüblichen Zins nur 60% von 500€ ausmachen.

 


Wie regle ich die Nebenkosten?

Da du die Nebenkosten unabhängig von der Kaltmiete deines Mieters zahlen musst, solltest du diese bei der Vermietung an einen nahen Angehörigen nicht senken. Du musst nämlich allenfalls für die Differenz aufkommen. Aus diesem Grund empfehlen wir dir, die Kaltmiete zu senken, wenn du deinem Familienangehörigen einen besseren Mietpreis bieten möchtest.

 

Tipps: Wohnungsvermietung an Angehörige

Erstelle einen Mietvertrag

Wenn du dich dazu entschließt, einen nahen Angehörigen als deinen neuen Mieter zu nehmen, würden wir dir raten, dies auch schriftlich festzuhalten. Selbstverständlich kannst du den Vertrag auch mündlich aushandeln. Wir finden aber, dass du für alle Fälle lieber einen schriftlichen Mietvertrag aufsetzen solltest. Beide Parteien können dann jederzeit auf die schriftlich festgehaltene Vereinbarung zurückgreifen. Bedenke, dass du so das Mietverhältnis auch im Streitfall leichter auflösen kannst, als mit einem bloßen mündlichen Vertrag. Außerdem dient ein schriftlicher Vertrag zu Beweiszwecken bei der Steuererklärung.

 


Erwähne die Hausregeln

Auch wenn dein neuer Mieter ein Familienmitglied oder ein guter Freund ist, solltest du trotzdem dafür sorgen, dass die betroffenen Personen sich bewusst sind, dass es sich bei eurem Mietverhältnis um eine ernsthafte vertragliche Vereinbarung handelt. Aus diesem Grund empfehlen wir dir, beim Einzug nochmal die Hausregeln offenzulegen. Dein Mieter sollte nicht das Gefühl haben, dass er sich mehr als der Rest des Wohnhauses erlauben darf, nur weil er dich persönlich kennt. Sorge daher unbedingt dafür, dass im Rahmen der Mietverhältnisse faire Regeln für alle herrschen und jeder gleich behandelt wird.

 

Fazit

Einen nahen angehörigen als Mieter zu haben kann sehr schön sein, weil du die Person in der Regel einigermaßen gut einschätzen kannst und eine gewisse Vertrauensbasis zwischen euch herrscht. Dennoch sollten der Vertragsabschluss und auch das infolgedessen anstehende Mietverhältnis professionell und ohne privaten Einfluss verlaufen. So meidest du, dass sich dein Mieter zu viele Freiheiten erlaubt und dass sich deine restlichen Bewohner benachteiligt fühlen. Daher empfehlen wir dir, auch mit Verwandten einen schriftlichen Mietvertrag abzuschließen, um die Professionalität zu behalten. Bedenke außerdem, die Miete für deinen Bekannten nicht zu niedrig zu setzen, damit du deine steuerlichen Vorteile vollständig nutzen kannst. 

 

 

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