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Die häufigsten Gründe für Auseinandersetzungen zwischen Mieter und Vermieter

In einem Mietverhältnis kann es schnell mal zu Ungereimtheiten zwischen deinem Mieter und dir kommen. Die Gründe hierzu sind oftmals sehr vielfältig. Solche Auseinandersetzungen können sehr nervraubend und anstrengend sein. Damit du dir solche Situationen in Zukunft ersparst, haben wir dir die häufigsten Gründe für Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern herausgesucht und aufgelistet, was du tun kannst, um diesen entgegenzuwirken.

 

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein häufiger Grund, warum es zu Auseinandersetzungen zwischen dir und deinem Mieter kommen kann, ist, weil das Mietverhältnis deinerseits aufgelöst wird. Hier ist es besonders wichtig, den Mieter schon im Voraus darüber zu informieren, dass ein Kündigungsrecht deinerseits besteht. 
  • Ein weiterer Streitpunkt zwischen Mietern und Vermietern ist die Rückgabe der Mietkaution. Wir empfehlen, deine Wohnung noch vor Einzug deines Mieters aus jedem Winkel zu fotografieren, sodass du im Streitfall deinen Standpunkt mit aussagekräftigen Beweisen vertreten kannst.
  • Wenn deine Situation aussichtslos erscheint und du außergerichtlich auf keinen gemeinsamen Nenner mit deinem Mieter kommst, kannst du einen Anwalt konsultieren. Dieser kann dich darüber beraten, welche Möglichkeiten du hast, um eine Lösung für eure Auseinandersetzung zu finden.

 

Das sind die häufigsten Gründe für Auseinandersetzungen im Mietverhältnis

Welche Motive gibt es für Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter?

Es gibt viele Gründe, warum sich Mieter und Vermieter in die Haare bekommen. Die Motive dazu unterscheiden sich teilweise sehr voneinander und sind schwer zu pauschalisieren. Wir fokussieren uns aber heute auf die häufigsten Ursachen für Streitereien im Mietverhältnis. Dazu zählen: 

  • Kündigung durch den Vermieter
  • Mietrückstände 
  • Einbehaltung der Kaution

 

Kündigung durch den Vermieter

Ein häufiger Grund, warum es zu Auseinandersetzungen zwischen dir und deinem Mieter kommen kann, ist, weil das Mietverhältnis deinerseits aufgelöst wird. Man unterscheidet nämlich zwischen einer fristlosen und ordentlichen Kündigung, wobei eine fristlose grundsätzlich nur bei Mietrückständen oder einer nachweislich erheblich nachteiligen Nutzung der Wohnung möglich ist. 

Beachte aber, dass unbefristete Mietverträge, die nicht dem Mietrechtsgesetz (MRG) unterliegen, ohne Einhaltung der Fristen und ohne Angabe von Gründen jederzeit von dir gekündigt werden können. Bei befristeten, die ebenfalls nicht dem MRG unterliegen, kannst du dies allerdings eben nur bei qualifizierten Mietrückständen oder nachteiligem Gebrauch der Wohnung durchsetzen. 

Bei Verträgen, die dem MRG unterliegen, läuft es ein wenig anders ab. Hier darfst du bei einem unbefristeten Mietvertrag nur beim Vorliegen wichtiger Gründe kündigen, während du bei der befristeten Version eine Kündigung wieder nur bei qualifizierten Mietrückständen oder nachteiligem Gebrauch geltend machen kannst. 

Wie kannst du also verhindern, dass wegen der Kündigung ein Rosenkrieg zwischen deinem Mieter und dir ausbricht? Hier ist es besonders wichtig, den Mieter schon im Voraus darüber zu informieren, dass ein Kündigungsrecht deinerseits besteht. Halte dies unbedingt schriftlich im Mietvertrag fest, sodass du im Streitfall darauf zurückgreifen kannst, denn dein Mieter nimmt mit der Unterschrift des Vertrags dieses Kündigungsrecht zur Kenntnis.

Mietrückstände

Auch Mietrückstände zählen zu den häufigsten Gründen für Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Vermietern. Wir haben zum Thema Mietrückstände bereits vor einiger Zeit einen Beitrag verfasst. Hier kannst du ihn nachlesen. 

 

Kurz zusammengefasst stehen dir folgende Möglichkeiten zur Verfügung, um solch eine Angelegenheit mit deinem Mieter zu klären: 

  • Wenn dein Mieter in Zahlungsverzug gerät, empfehlen wir dir, zuerst eine außergerichtliche Lösung anzustreben, da dies oft schneller, harmonischer und unkomplizierter verläuft. 
  • Du kannst deinen Schuldner auch jederzeit mahnen. Für die Zahlungserinnerung musst du aber bestimmte Formvorschriften einhalten. 
  • Zahlt der Mieter trotz Mahnung auch weiterhin nicht, raten wir dir, einen Anwalt zu konsultieren und rechtliche Schritte einzuleiten. Dazu stehen dir eine Mahnklage und eine gerichtliche Kündigung zur Verfügung.

 

Einbehaltung der Kaution

Ein weiterer häufiger Streitpunkt zwischen Mietern und Vermietern ist die Rückgabe der Mietkaution, weil hier oftmals die Frage aufkommt, wann du die Kaution einbehalten darfst. Wir haben erst kürzlich einen Beitrag rund ums Thema Mietkaution verfasst. Du findest ihn hier.

Du darfst die Kaution einbehalten, wenn Wohnungsschäden, die deinem Mieter nachgewiesen werden können, oder qualifizierte Mietrückstände vorliegen. 

Was kannst du also tun, wenn sich dein Mieter beschwert, weil du die Kaution einbehalten willst? Auch hier solltest du schon im Voraus, noch bevor der Streitfall überhaupt eingetreten ist, handeln. Wir empfehlen daher, deine Wohnung noch vor Einzug deines Mieters aus jedem Winkel zu fotografieren, sodass du in einem möglichen Streitfall deinen Standpunkt mit aussagekräftigen Beweisen vertreten kannst.

 

Beachte aber, dass Wohnungsschäden, die als gewöhnliche Abnutzung gewertet werden, dich nicht dazu berechtigen, die Kaution einzubehalten. Solch eine gewöhnliche Abnutzung liegt zum Beispiel bei den folgenden Dingen vor: 

  • abgenutzte Küchen
  • geringfügige Kratzer im Parkett
  • vergilbte Wände
  • kaputte Jalousien

 


Halte stets alles schriftlich fest

Um dir Auseinandersetzungen mit deinem Mieter zu sparen oder solchen entgegenzuwirken, empfehlen wir, stets jegliche Änderungen oder Anpassungen innerhalb des Mietverhältnisses schriftlich festzuhalten. Mündliche Vereinbarungen mögen vielleicht vertrauter und lockerer auf deinen Mieter wirken, jedoch sind diese im Falle einer Unstimmigkeit schwer zu beweisen. Dokumentiere daher immer alles, sodass du bei Auseinandersetzungen ein Beweismittel hast, worauf du dich stützen kannst.


Kläre notfalls Unklarheiten mit deinem Anwalt ab

Wenn deine Situation aussichtslos erscheint und du außergerichtlich auf keinen gemeinsamen Nenner mit deinem Mieter kommst, kannst du immer noch einen Anwalt konsultieren. Dieser kann dich bestens darüber beraten, welche Möglichkeiten du noch hast, um eine Lösung für eure Auseinandersetzung zu finden. Weiters kann er dich im Fall der Fälle auch vor Gericht begleiten. Wir empfehlen den gerichtlichen Weg aber immer als ultima ratio, da dies doch sehr langwierig, kostenintensiv und anstrengend werden kann. Versuche daher immer stets, zuerst eine außergerichtliche Lösung anzustreben.

Fazit

Auseinandersetzungen zwischen deinem Mieter und dir können sehr unangenehm sein. Jedoch kommen solche Streitigkeiten im alltäglichen Leben eines Vermieters immer wieder mal vor. Daher solltest du dich nicht von solchen Situationen aus der Bahn bringen lassen, sondern stets darauf vorbereitet sein. Achte darauf, jegliche Vereinbarungen, die du mit deinem Mieter triffst, immer schriftlich festzuhalten und versuche bei Auseinandersetzungen immer zuerst den außergerichtlichen Weg einzuschlagen und mittels Kommunikation zu einem gemeinsamen Nenner zu kommen. So ersparst du dir eine Menge Aufwand und Stress.

 

 

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