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Pflanzen überwintern: So funktioniert's!

Wenn auch du ganz viel Liebe in deine grünen Freunde steckst und stets darum bemüht bist, sie wachsen und aufblühen zu sehen, bist du hier genau richtig. Dieser Blogpost ist an all die Pflanzenliebhaber gerichtet, die sich auch nach den kalten Wintermonaten noch an ihren grünen Mitbewohnern erfreuen möchten und Tipps zum Pflanzen überwintern suchen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Wichtigste, was fast alle Pflanzen beim Überwintern dringend brauchen, ist genügend Sonnenlicht.
  • Als stolzer Besitzer von tropischen Pflanzen solltest du daran denken, diese mindestens einmal pro Woche mit einer Extra-Behandlung zu versorgen.
  • Befreie deine Gewächse regelmäßig von Staub und wische die Blätter mit einem feuchtem Tuch ab.

Das solltest du tun, um deine Pflanzen erfolgreich zu überwintern

Egal, ob die Pflanzen im Freien stehen oder drinnen ihren Platz gefunden haben, für unsere grünen Begleiter bedeutet der Winter in jedem Fall eine Herausforderung. Die Zugluft beim Lüften deiner Wohnung, die warme und trockene Heizungsluft sowie der andauernde Lichtmangel belasten deine Pflanzen mehr, als dir wohl bewusst ist. Wir geben dir ein paar Tipps, um sie bestmöglich durch den Winter zu bringen.

Mit dem Sonnenlicht nicht sparen

Sobald die Tage gefühlt ab 17:00 Uhr vorbei sind und immer kürzer und düsterer werden, ist es wichtig, das bisschen Sonnenlicht, das noch den Weg in die eigene Wohnung findet, so gut wie möglich zu nutzen. Sonnenlicht kann praktisch als Nahrung für unsere Pflanzen verstanden werden und es setzt sie einer enormen Stresssituation aus, wenn sie diese nur mehr in geringem Maß bekommen. Daher solltest du darauf achten, Vorhänge und Jalousien untertags so gut es geht zu öffnen, um die Sonneneinstrahlung zu begünstigen. Außerdem hilft es auch, die Fensterscheiben regelmäßig zu putzen und sauber zu halten, damit das Licht tatsächlich deine Pflanzen erreichen kann. Ein Grund mehr, deine Fensterputz-Skills mal wieder auszupacken ;-).

Achte zudem darauf, die Blätter deiner Zimmerpflanzen stets von sich ansammelnden Staubschichten freizuhalten, da diese verhindern, dass die lebensnotwendige Photosynthese zustande kommen kann. Insbesondere bei großen Blättern ist es ratsam, sie einmal pro Woche mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Bei Pflanzen mit kleineren Blättern reicht es, sie einmal im Monat einer Komplettdusche zu unterziehen. Damit der Wurzelballen nicht überflutet wird, solltest du den ganzen Topf vorher mit einem wasserundurchlässigen Plastiksack verschnüren.

Prävention gegen Schädlingsbefall

Die erwähnte Pflanzendusche hilft nicht nur beim Staub entfernen, sondern leistet auch hervorragende Arbeit im Kampf gegen einen möglichen Befall mit Schädlingen wie Schildläusen oder Spinnmilben. Der Winter bietet sich als beliebte Zeit für derartiges Ungeziefer an, da Pflanzen in den kalten Wintermonaten generell geschwächter und somit anfälliger sind. Hinzu kommt noch die permanent warme Heizungsluft, die den Schädlingen den perfekten Nährboden für eine ungestörte Vermehrung und Ausbreitung liefern. 

Wenn du einen noch halbwegs milden Schädlingsbefall erkennen solltest, wird eine derartige Dusche meist ausreichen, um das Schlimmste zu verhindern. Am besten fährst du damit, wenn du die Blätter deiner Pflanzen jede Woche auf unerwünschte Veränderungen absuchst. Wenn du bei deinem Pflanzen-Check klebrige Blätter oder kleine Sprenkel entdecken solltest, sind dies Anzeichen für einen tatsächlichen Schädlingsbefall.

Unser Tipp: Wenn ein Schädlingsbefall festgestellt wurde, ist es wichtig, die Pflanze von den restlichen Gewächsen zu separieren. Sollte es sich um einen gravierenden Befall handeln, reicht eine gewöhnliche Dusche womöglich nicht mehr, und es muss zu einem Schädlingsbekämpfungsmittel gegriffen werden.

Tropische Pflanzen brauchen Extra-Behandlung

Auch wenn die Temperatur in deiner Wohnung um einiges angenehmer ist als draußen, tut die trockene Heizungsluft vor allem tropischen Pflanzen wie Hibiskus oder Orchideen gar nicht gut. Daher solltest du diese grünen Mitbewohnern am besten einmal in der Woche mit einer Sprühnebel-Dusche pflegen.

Tipp: Achte darauf, lauwarmes und, wenn möglich, kalkarmes Wasser zu verwenden, das in eine Sprühflasche zu füllen und deine tropischen Zimmerpflanzen damit einzunebeln.

Dadurch erhöht sich die Luftfeuchtigkeit und das allgemeine Wohlbefinden der Pflanzen. Du kannst alternativ auch eine Schüssel mit feuchtem Tongranulat unter die Pflanze stellen, um für eine dauerhafte Luftfeuchtigkeit direkt bei dem Gewächs zu sorgen.

Im Winter gießen: weniger ist mehr

Ein beliebter Fehler, der Pflanzenliebhabern in der kalten Jahreszeit öfters unterkommt, ist ein zu häufiges Gießen ihrer Schützlinge. Um die eigenen Gewächse nicht zu ertränken, ist es ratsam, vor dem Gießen zu überprüfen, ob die Erde noch genügend Feuchtigkeit aufweist. In dem Fall sollte vorerst auf eine kleine Bewässerung verzichtet werden. Wenn du es nämlich mit dem Bewässern ein bisschen zu gut meinst, kann es sein, dass sich durch zu viel feuchte Erde mit der Zeit Schimmel bildet. Das kann dazu führen, dass die Blätter verfaulen und im schlimmsten Fall sogar eingehen. Deswegen gilt beim Gießen im Winter die Devise: weniger ist mehr!

Die Fensterbank bringt’s nicht!

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass sich die Fensterbank als geeigneter Spot für die Überwinterung ihrer Pflanzen anbietet. Dabei handelt es sich jedoch um einen Irrtum, denn auf der Fensterbank und somit nahe an den kalten Fenstern fühlen sich die meisten Gewächse eher unwohl. Das kann zum Einen daran liegen, dass sich direkt unterhalb die warme Heizung befindet und hier besonders trockene Luft im Umlauf ist. Bei jenen Pflanzen, die in Heizungsnähe stehen, sollte unbedingt darauf geachtet werden, sie regelmäßig zu gießen, da die trockene Heizungsluft zu einem schnelleren Austrocknen des Substrats beiträgt.

Wenn du an diesem Standort einige deiner Schützlinge platziert hast, achte darauf, dass die Blätter keine direkten Berührungspunkte mit den kalten Fensterscheiben haben. Ein derartige Berührung ist mit einem immensen Temperaturschock verbunden, der ein schnelles Braunwerden der Blätter sowie plötzliches Absterben verursachen kann. Ein zusätzlicher Nachteil der Fensterbank besteht darin, dass Pflanzen hier einer konstanten Zugluft ausgesetzt sind, die den meisten Gewächsen nicht gut bekommt. Da kann es schon mal vorkommen, dass die prächtigsten Zimmerpflanzen ihr schönes Volumen an Blättern verlieren.

Her mit dem kühlen Klima!

Den meisten deiner Zimmerpflanzen tust du einen enormen Gefallen, wenn du sie an einem kühlen, aber nicht zu kalten Standort überwinterst. An einem solchen können sie über den Winter am besten gedeihen. 

Gut zu wissen: In den Wintermonaten, wo Pflanzen verhältnismäßig wenig Licht ausgesetzt sind, fahren sie ihren Stoffwechsel herunter und fokussieren sich auf das Schöpfen neuer Kraft für ihren neuen Austrieb. Beispielsweise fühlen sich Yucca-Palmen oder Orchideen am wohlsten in Räumen, die keiner zu intensiven Beheizung ausgesetzt sind. Wenn du wegen des richtigen Raums für die Überwinterung überlegst, bietet sich das Schlafzimmer gut an, denn das sollte sowieso ganzjährig am kühlsten temperiert sein.

Vermeide Kälte von unten

Eine kühle Raumluft gilt es zwar zur Überwinterung deiner Pflanzen anzustreben, jedoch darf die Kälte nicht aus dem Boden kommen, denn das vertragen nur die wenigsten Gewächse. Der Wurzelballen darf keineswegs zu stark auskühlen, da sonst bei vielen Zimmerpflanzen ein Abfallen der Blätter droht. Das Isolieren nach unten bei kalten Fußböden sollte daher genauso gemacht werden wie bei ausgekühlten Fensterbänken.

Ein Tipp: Nicht zu kompliziert denken! Schnapp dir einfach ein Stück Styropor, leg es unter den Topf deiner Pflanze und schirme so die Kälte von unten gekonnt ab. Wenn du aber doch etwas mehr Wert darauf legst, wie sich das Ganze auf das Erscheinungsbild auswirkt, kannst du auch einen Rolluntersetzer verwenden, der optisch mehr hergibt, bei größeren Pflanzen praktisch von A nach B zu bewegen ist und direkten Kontakt mit dem Boden verhindert. Diesen findest du in einem herkömmlichen Bauhaus sowie Möbelhaus.

Fazit

Ja, du merkst wahrscheinlich schon, Pflanzen benötigen sehr viel Pflege, Fürsorge und natürlich Liebe ;-). Mit diesen Tipps bist du, was deine grünen Mitbewohner anbelangt, bestens aufgestellt und kannst dafür sorgen, dass sie sich über den Winter erholen und du dich an ihnen im Frühling wieder in vollem Ausmaß erfreuen kannst!

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