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Energieausweis Österreich: 5 Informationen für dich!

Ein Energieausweis ist in Österreich verpflichtend, wenn eine Immobilie verkauft oder vermietet werden soll. Da die Energiekosten einen wesentlichen Teil der monatlichen Betriebskosten ausmachen, ist es nur von Vorteil, sich darüber vorab Informationen einzuholen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Energieausweis gibt die Gesamtenergieeffizienz einer Immobilie an.

  • Er muss bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung vorgelegt werden.

  • Nur gewisse Gewerbetreibende können einen Energieausweis ausstellen.

Das gibt es über den Energieausweis in Österreich zu wissen!

Wenn es auf deiner Agenda steht, in nächster Zeit eine neue Immobilie zu kaufen oder eine bereits vorhandene zu vermieten, benötigst du dafür unbedingt einen Energieausweis. Dem Energieausweis-Vorlage-Gesetz zufolge ist dies nämlich Pflicht, wenn du deine Immobilie interessierten Käufern oder Mietern vorstellst. Selbst beim Inserieren musst du schon darauf achten, gewisse Angaben hinsichtlich des Energieausweises zu machen. Solltest du das vergessen, können Verwaltungsstrafen von bis zu 1.450 Euro auf dich zukommen

Was genau beinhaltet der Energieausweis?

Der Energieausweis kann in drei verschiedenen Ausführungen ausgestellt werden, je nachdem, für welche Art von Immobilie. Die Unterteilung erfolgt in Wohngebäude, Nicht-Wohngebäude und sonstige Gebäude. Den drei Varianten entsprechend finden sich auch unterschiedliche Richtwerte, um den jeweiligen Energiebedarf zu ermitteln. Bei den folgenden Kennzahlen handelt es sich um die wichtigsten, die auf jeden Fall angegeben werden müssen:

Heizwärmebedarf (HWB): gibt Auskunft über den Wärmeaufwand, der den Räumen rechnerisch zur Beheizung beigefügt werden muss.

Gesamtenergieeffizienzfaktor (fGEE): anhand dieses Wertes wird die Effizienz der immobilie inklusive der haustechnischen Anlagen angegeben.

Primärenergiebedarf (PEB): dieser definiert die gesamte, benötigte Energie für das Gebäude mitsamt der Aufwendungen für die Energieherstellung bezüglich Produktion sowie Transport.

Kohlendioxidemissionen (CO2): hier werden alle Kohlendioxidemissionen zusammengefasst, die dem Gesamtenergiebedarf hinzugefügt werden.

Warmwasser-Wärmebedarf (WWWB): dieser Indikator gibt an, welche Menge an Energie für das Bereitstellen von Warmwasser nötig ist.

Heizenergiebedarf (HEBSK): kalkuliert neben dem Nutzenergiebedarf auch die Verluste der hausinternen Technik der Immobilie, wie beispielsweise jene des Heizkessels.

Endenergiebedarf (EEB): dieser berücksichtigt neben dem Heizenergiebedarf auch noch den Haushaltsstrombedarf. Daraus ergibt sich dann die Energiemenge, die zusätzlich gekauft werden muss.

Mit welchen Kosten muss man beim Energieausweis rechnen?

Für die tatsächliche Höhe der Kosten gibt es kein Gesetz, weswegen diese direkt mit dem Anbieter besprochen werden müssen. Realistisch gesehen ist der früher vorherrschende  Richtwert von 1 Euro pro Quadratmeter heute nicht mehr anwendbar. Mit welchen Kosten man in der Praxis wirklich rechnen muss, hängt von der Art der Immobilie ab. In einem Gebäude, in dem sich viele vergleichbare Wohnungen befinden, könnte der alte Richtwert noch zur Anwendung kommen. Vor allem bei alten Gebäuden mit mehreren Bauteilen und fehlerhaften Plänen kann von höheren Kosten ausgegangen werden.

Was ebenfalls berücksichtigt werden muss, wenn man sich Gedanken um den Preis des Energieausweise macht, ist die Lage der Immobilie, denn auch diese hat maßgeblichen Einfluss. Im Rahmen eines abzuschließenden Mietvertrages musst du als Vermieter für die Erstellung eines Energieausweises selbst aufkommen. Die Kosten hierfür werden unter Erhaltungsaufwand eingeordnet und nicht etwa als Betriebskosten. Als Vermieter kannst du die dabei anfallenden Kosten aber als Ausgaben in der Hauptmietzinsabrechnung berücksichtigen, musst davon aber auf Wunsch den Mietern eine Kopie zukommen lassen.

Wann braucht man einen Energieausweis?

In Österreich ist das Vorweisen eines Energieausweises dann Pflicht, wenn man als Vermieter Gebäude oder Nutzungsobjekte vermietet, verpachtet oder verkauft. Weiters wird ein Energieausweis benötigt, wenn eine Baubewilligung bei einem Neubau ansteht oder Veränderungen an einem Altbau angedacht sind. Bei Anträgen zu etwaigen Förderungen für beispielsweise einer Sanierung ist es ebenfalls Pflicht, den entsprechenden Ausweis vorzulegen. Das resultiert daraus, dass beim Ansuchen um Wohnbauförderungen ein gewisser Energiewert vorhanden sein muss.

Wer kann den Energieausweis ausstellen?

Um festzulegen, wem es zusteht, einen Energieausweis auszuschreiben, waren mehrere Erlasse nötig. Die folgenden Gruppen von Unternehmern zählen nun unter anderem zu den Berechtigten:

→ Baumeister
→ Elektrotechnik
→ Gas- und Sanitärtechnik
→ Heizungstechnik
→ Kälte- und Klimatechnik
… usw.

Unter jene Ziviltechniker, die eine betreffende Befugnis besitzen, fallen auch Architekten sowie Zivilingenieure.

Wie der Ausweis zustande kommt, kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. So manche Unternehmer stellen den Energieausweis zum Beispiel nach Einsicht in die benötigten Unterlagen online aus. Wer den Ausweis erst nach einer persönlichen Bewertung der Immobilie vor Ort ausstellt, befindet sich auf der sicheren Seite, muss aber mit einem höheren Preis rechnen. Nach einem solch relativ einfach gehaltenen Verfahren ist der Energieausweis rechtlich gesehen hinlänglich, wenn er nicht gerade als Basis für spezifische Berechnungen hinsichtlich einer möglichen Investition dienen soll. Hier kannst du verschiedenen Anbieter in deiner Umgebung finden, die einen Energieausweis ausstellen.

Welche Ausnahmen gibt es?

Für die nachfolgenden Immobilien erlischt das obligatorische Vorhandensein eines Energieausweises:

→ Gebäude, die lediglich frostfrei gehalten werden und ohne Heizung auskommen
Abbruchobjekte, die laut Kaufvertrag innerhalb von drei Jahren abgerissen werden
→ Gebäude, die religiösen Zwecken dienen
provisorisch errichtete Bauwerke, bei denen die Nutzungsdauer auf zwei Jahre beschränkt ist
Industrieanlagen, Werkstätten und landwirtschaftliche Nutzgebäude, die vorwiegend durch im Gebäude entstehende Abwärme geheizt werden
Ferienwohnungen, bei denen der zu erwartende Energiebedarf ein Viertel der ganzjährigen Benützung nicht überschreitet
→ Gebäude, die frei stehen und eine Gesamtnutzfläche kleiner als 50 m² besitzen

Fazit

Der Energieausweis bildet einen wichtigen Parameter, den du nicht vergessen solltest, wenn du als Vermieter vorhast, in nächster Zeit eine Immobilie zu vermieten oder zu verkaufen. Wenn du die gesetzlichen Vorgaben diesbezüglich einhältst, sollte deiner nächsten Vermietung oder dem bevorstehenden Verkauf nichts im Weg stehen.

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