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Worauf muss ich bei einer vorhandenen Möbelmiete achten?

Du bist auf der Suche nach einer neuen Wohnung und fragst dich, wie viel an Möbelmiete dein Vermieter eigentlich von dir verlangen darf oder was das überhaupt ist? Wir zeigen dir in folgendem Beitrag, was genau man unter Möbelmiete versteht und wo sie zur Anwendung kommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Möbelmiete versteht man eine zusätzliche Miete zur Nutzung der bereits vorhandenen Möbelstücke in einer Wohnung.
  • Ausstattungsmerkmale wie Dusche oder WC fallen nicht in den Bereich der Möbelmiete.
  • Im Mietrechtsgesetz sind die Kriterien festgelegt, nach denen die exakte Möbelmiete berechnet werden kann.

5 Dinge, über die du bei einer Möbelmiete Bescheid wissen solltest!

Wenn du vorhast, in eine möblierte Wohnung zu ziehen bzw. bereits in einer wohnst, kann dein Vermieter eine zusätzliche Möbelmiete - auch Inventarmiete genannt - beanspruchen. Diese Inventarmiete bezeichnet eine außerordentliche Monatsmiete, mit der die Benutzung von bereits vorhandenen Einrichtungsgegenständen in der Wohnung abgegolten werden soll. Auch bei lediglich teilmöblierten Wohnungen kann eine solche Möbelmiete verlangt werden.

Welche Voraussetzung muss erfüllt sein?

Eine Inventarmiete kann nur unter gewissen gesetzlichen Bedingungen zur Anwendung kommen, nämlich dann, wenn die besagte Wohnung in den Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes fällt. Hier fallen alle Mietwohnungen hinein, deren Bau vor dem 1. Juli 1953 bewilligt wurde, geförderte Neubauten, die nach dem 30. Juni 1953 errichtet wurden und Eigentumswohnungen mit einer Baubewilligung vor dem 8. Mai 1945.

Sollte deine Wohnung also in den Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes fallen, muss eine anfallende Möbelmiete trotzdem ausdrücklich vereinbart und am besten verschriftlicht werden. Wenn dir dein Vermieter zum Beispiel ohne Entgeltvereinbarung die Einbauküche zur Benutzung überlässt, steht es dir auch zu, diese kostenlos mitzubenutzen.

Worauf bezieht sich die Möbelmiete?

Sogenannte Ausstattungsmerkmale fallen nicht in den Bereich der Inventarmiete, weswegen hierfür kein zusätzliches Entgelt verlangt werden darf. Dazu zählen unter anderem Herd, Dusche, Badewanne, Waschbecken, WC, Heizung sowie Vorrichtungen zur Warmwasseraufbereitung.

All jene Gegenstände in der Immobilie, auf die die Einordnung als Ausstattungsmerkmal nicht zutrifft, werden beim Berechnen der Möbelmiete berücksichtigt. Dabei handelt es sich um Möbelstücke wie Couch, Esstisch, Kleiderschränke, Waschmaschine und Lampen.

Wie hoch darf die Inventarmiete maximal sein?

Laut besagtem Mietrechtsgesetz setzt sich die maximal erlaubte Möbelmiete nach folgenden Kriterien zusammen: Die Anschaffungskosten der Möbel werden durch ihre geschätzte Restnutzungsdauer dividiert. Dazu wird noch der Gewinnzuschlag für den Vermieter berechnet, welcher üblicherweise mit 12 Prozent der errechneten monatlichen Miete für die Einrichtungsgegenstände angesetzt ist. Im Allgemeinen gestaltet sich eine exakte Berechnung in der Praxis eher schwierig, da sowohl die angenommene Restnutzungsdauer wie auch die tatsächliche Höhe des Gewinnzuschlags uneindeutig sein können.

Hier ein Beispiel zur Verdeutlichung: Anschaffungskosten in der Höhe von 7.000 Euro für eine Einbauküche dividiert durch die geschätzte Restnutzungsdauer von 240 Monaten ergibt 29,60 Euro. Zuzüglich 12 Prozent Gewinnzuschlag für den Vermieter beträgt die Monatsmiete für die Küche 33,10 Euro. Dazu kommen dann noch 20 Prozent Umsatzsteuer.

Was passiert bei Beschädigung der Einrichtungsgegenstände?

Wenn du als Mieter für die Beschädigung oben erwähnter Gegenstände verantwortlich bist, kommt es auf die Art des Schadens an, ob du für einen möglichen Ersatz selbst aufkommen musst. Bei absehbaren Abnutzungserscheinungen wie etwa kleineren Kratzern auf Oberflächen oder Kalkbildung in der Waschmaschine steht es nicht in der Verantwortung des Mieters, diese Mängel selbst zu bezahlen. Sollte die Waschmaschine beispielsweise ohne dein Verschulden defekt werden, muss der Vermieter für die Anschaffung und Bezahlung einer neuen aufkommen.

Was tun im Streitfall?

Sollte der unerwünschte Fall eintreten, dass dein Vermieter eine zu hohe Inventarmiete verlangt oder wegen eines beschädigten Gegenstandes ein Streit die Folge ist, bist du wohl am besten damit beraten, dir einen Experten zu Rate zu ziehen. Diesen findest du beispielsweise in der zuständigen Schlichtungsstelle oder bei einem verantwortlichen Mieterverein.

Fazit

Sowohl als Mieter als auch Vermieter stehen einem unterschiedliche Rechte zu. Wenn du dich in der Position des Mieters befindest, solltest du dich stets darüber informieren, wie weit deine rechtlichen Möglichkeiten aber auch Pflichten reichen. Das Thema Miete ist immer ein heikles Thema, weswegen du jetzt hoffentlich einen guten Überblick zur Inventarmiete bekommen hast.

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