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Wohnungseigentumsgesetz in Österreich: Was muss ich wissen?

Das Dasein als Vermieter bzw. Eigentümer ist kein leichtes, denn es gibt zahlreiche Pflichten und Regelungen, die für dich in dieser Position zur Anwendung kommen. Im Folgenden geben wir dir einen kleinen Überblick zum Wohnungseigentumsgesetz, das dir danach auf jeden Fall ein Begriff sein sollte!

Das Wichtigste in Kürze

  • Das WEG beinhaltet vor allem die gesetzlich geregelten Rechte und Pflichten von Wohnungseigentümern.
  • Die Begründung von Wohnungseigentum kann mittels verschiedener Grundlagen erfolgen.
  • Die Aufteilung von Wohnungseigentum erfolgt stets anhand einer sogenannten Teilungserklärung.

Was besagt das WEG in Österreich?

Im Wohnungseigentumsgesetz, kurz WEG, sind die grundlegenden Bestimmungen bezüglich des Wohnungseigentums verankert. Vor allem finden sich hier die Rechte und Pflichten der Wohnungseigentümer, möglich Entscheidungen in der Eigentümerpartnerschaft sowie Aspekte zur Verwaltung einer Liegenschaft.

Was ist im WEG enthalten?

Das österreichische Recht sieht grundsätzlich vor, dass Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung auch gleichzeitig Eigentümer des Grundes sind, auf dem sich die Immobilie befindet. Es ist jeder natürlichen oder juristischen Person möglich, als Miteigentümer einer Liegenschaft aufzutreten und darüber hinaus über ein damit verbundenes Wohnungseigentum an einem auf der Liegenschaft befindlichen Wohnungseigentumsobjekt zu verfügen.

Im WEG sind die Rechtsform des Wohnungseigentums sowie vor vor allem die Voraussetzungen, die Begründung, der Erwerb und das Erlöschen von Wohnungseigentum geregelt. Außerdem finden sich hier Regelungen zu den Rechten und Pflichten von Wohnungseigentümern, Wohnungseigentumsbewerbern sowie Organisatoren und Verwalter dieser, zur Verwaltung der Liegenschaft, zur Eigentümerpartnerschaft, zur Ausschließung von Wohnungseigentümern, zum vorläufigen Wohnungseigentum eines Alleineigentümers der Liegenschaft sowie zum wohnungseigentumsrechtlichen Außerstreitverfahren.

Beim Wohnungseigentum handelt es sich um das dem Miteigentümer einer Liegenschaft oder einer Eigentümerpartnerschaft gestattete Recht, ein Wohnungseigentumsobjekt ausschließlich zu nutzen und die alleinige Verfügung darüber zu besitzen.

Was sind Wohnungseigentumsobjekte?

Wohnungseigentumsobjekte bezeichnen Wohnungen sowie andere selbstständige Räumlichkeiten wie Abstellplätze, Tiefgaragenplätze oder Kellerabteile sowie jegliche wohnungseigentumstaugliche Objekte, an denen ein sogenanntes Wohnungseigentum begründet wurde und denen eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung zukommt. Das WEG sieht deshalb vor, eine Parifizierung, also eine Nutzwertfeststellung, vorzunehmen. Hiermit soll ermittelt werden, wie viele Anteile der gesamten Liegenschaft tatsächlich zum Wohnungseigentum gehören. Gebäudeflächen, die von der Allgemeinheit genutzt werden, wie beispielsweise der Aufzug oder der Gang, werden hier nicht dazugezählt.

Wann kann ein Wohnungseigentum begründet werden?

Die Begründung eines Wohnungseigentums kann gemäß folgender Grundlagen erfolgen:

  • Nach einer schriftlichen Vereinbarung aller Miteigentümer
  • Nach einer gerichtlichen Entscheidung über eine Klage
  • Nach einem gerichtlichen Beschluss in einem Verfahren zur Aufhebung einer Miteigentumsgemeinschaft
  • Nach einer gerichtlichen Aufteilung des ehelichen Gebrauchsvermögens und der ehelichen Ersparnisse

Eine derartige Wohnungseigentumsbegründung erscheint nur dann als zulässig, wenn sie sich auf alle wohnungseigentumstauglichen Objekte bezieht, die nach der Widmung der Miteigentümer als Wohnungseigentumsobjekte angedacht sind.

Wie erfolgt die Aufteilung des Wohnungseigentums?

Die Regelung zur genauen Aufteilung einer Liegenschaft und wo welche wohnungseigentumstauglichen Anteile dazugezählt werden, findet sich in der Teilungserklärung. Diese beinhaltet jegliche Informationen zum Verwendungszweck und der Art der Wohnung, eine Beschreibung des Grundstücks sowie der Aufteilung, eine Gliederung der Miteigentumsanteile sowie die Trennung zwischen Gemeinschaftseigentum und Sondereigentum.

Gemeinschaftseigentum: Dem Wohnungseigentümergesetz zufolge fällt unter das Gemeinschaftseigentum alles, was nicht zum Sondereigentum eines Eigentümers zählt. Das sind beispielsweise das Stiegenhaus, die Waschküche, das Dach sowie Innenhöfe und Gärten.

Sondereigentum: Sondereigentum bezeichnet Eigentum, das nur dem Eigentümer selbst gehört. Das betrifft die Wohnung an sich sowie separate Kellerräume oder Einzelgaragen. Gut zu wissen: Bei Außenwänden und Fenstern handelt es sich um Gemeinschaftseigentum!

Fazit

Als Vermieter bzw. Eigentümer solltest du stets über die Regelungen, die dich in deiner Position betreffen, den Überblick behalten. Das Wohnungseigentumsgesetz gibt dir unter anderem einen Einblick in die gesetzlich geregelten Pflichten als Wohnungseigentümer sowie die Möglichkeiten, die dir dadurch zur Verfügung stehen.

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