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Die wichtigsten Infos, um deinen Mietvertrag zu kündigen

Genau wie beim Abschließen eines Mietvertrags gibt es auch bei der Kündigung eines solchen einige Dinge und Formalitäten zu beachten, um sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zu bewegen. Wir haben die wichtigsten Informationen für dich kurz zusammengefasst, damit das Kündigen deines Mietvertrags reibungslos verläuft!

Das Wichtigste in Kürze

  • Die sicherste Variante, um deinen Mietvertrag aufzulösen, ist schriftlich auf Papier statt per E-Mail.
  • Die Kündigung kann per Einschreiben, persönlich oder gerichtlich eingereicht werden.
  • Ob der Vermieter kündigen darf, hängt davon ab, ob der Mietvertrag unter das Mietrechtsgesetz fällt.

Das solltest du wissen, wenn du deinen Mietvertrag kündigen möchtest!

Deine Wohnung zu kündigen sollte zwar keine Hexerei darstellen, jedoch ist es trotzdem von Vorteil, wenn du dir im Vorhinein Gedanken darüber machst, wie du am besten aus deinem Mietvertrag kommst und welche Kündigungsfristen einzuhalten sind.

Welche Kündigungsfristen gelten für Mieter?

Abhängig von der Art des Mietvertrags unterscheiden sich auch die jeweiligen zu beachtenden Kündigungsfristen. Hier entscheidet vor allem die Tatsache, ob das Mietverhältnis, das beendet werden soll, in den Zuständigkeitsbereich des Mietrechtsgesetzes (MRG) fällt und ob ein befristeter oder unbefristeter Mietvertrag aufgelöst werden soll.

Wie hat eine Kündigung auszusehen?

Die sicherste Form, um Verträge jeglicher Art abzuschließen oder zu kündigen, ist immer in schriftlicher Form und am besten auf Papier. Bei der Kündigung eines Mietvertrags ist dies sogar notwendig, denn eine Kündigung per Telefon oder Fax mitzuteilen reicht nicht und via E-Mail wird eine solche Kündigung nur angenommen, wenn eine spezielle elektronische Signatur vorhanden ist. Bedenke auch, dass die Unterschrift aller Hauptmieter unbedingt erforderlich ist, um den Mietvertrag angemessen auflösen zu können.

Was muss die Kündigung beinhalten?

Das Mindeste, was du als Mieter in dein Kündigungsschreiben inkludieren solltest, ist, dass du das Mietverhältnis zum nächstmöglichen Termin beenden möchtest. Um etwaige Auseinandersetzungen im Nachhinein zu vermeiden, wäre es zudem von Vorteil, gewisse Informationen zusätzlich reinzuschreiben.

Wenn du folgende Informationen auch noch kurz erwähnst, sollten im Anschluss keine Probleme bei der Abwicklung der Kündigung auftreten: Unterschrift aller Hauptmieter, Adresse der Mietwohnung, Datum, an dem der Mietvertrag abgeschlossen wurde, Kündigungsfrist sowie der letzte Tag des Mietverhältnisses. Zum Schluss kannst du deinen Vermieter noch um eine Terminvereinbarung zur Wohnungsübergabe bitten sowie um die Bestätigung der Kündigung, damit sich die Frist nicht verlängert.

Bezüglich der Kaution kannst du in dem Schreiben ebenfalls gleich die Bitte aussprechen, diese so bald wie möglich zurückzuzahlen. Hier ist der Vermieter sowieso angehalten, sie binnen weniger Tage nach der Wohnungsübergabe zu überweisen. Einzig, wenn du in deiner Wohnung irreversible Änderungen vorgenommen hast, die sich vor deinem Auszug nicht wieder in den Ursprungszustand zurückbringen lassen, kann der Vermieter für etwaige Reparaturarbeiten die Kaution oder Teile davon dafür verwenden. Welche Sanierungsarbeiten genau du ohne Probleme vornehmen kannst, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Wie wird die Kündigung eingereicht?

Wenn du dein Kündigungsschreiben fertig verfasst hast, muss es nun rechtzeitig zum festgelegten Kündigungstermin beim Vermieter ankommen. Auf welchem Weg du die Kündigung am liebsten abschicken möchtest, ist dir überlassen. Du kannst in Österreich jedenfalls zwischen folgenden Möglichkeiten auswählen:

via Einschreiben

Die sicherste Variante ist definitiv, wenn du deine Kündigung per Einschreiben deinem Vermieter zukommen lässt. Hier wird nämlich zum einen dokumentiert, dass der Brief sein Ziel wirklich erreicht hat und zum anderen kannst du als Absender mit der Sendungsverfolgung genau sehen, wo sich der Brief gerade befindet. Außerdem gilt hier das Datum, an dem der Brief versendet wurde, was ebenfalls nachvollzogen werden kann.

via E-Mail

Eine Kündigung kann theoretisch auch per E-Mail erfolgen, vor allem, um diese schriftlich nachweisen zu können. Per E-Mail den Mietvertrag zu kündigen ist jedoch nur zulässig, wenn diese mit einer speziellen elektronischen Signatur versehen ist.

via persönlicher Abgabe

Eine weitere Möglichkeit bietet sich, indem du das Kündigungsschreiben einfach selbst in den Postkasten des Vermieters einwirfst. Am besten nimmst du dir jemanden mit, der im Zweifelsfall bezeugen kann, dass das Schreiben auch wirklich dort abgegeben wurde. Noch einfacher wäre es wahrscheinlich, dem Vermieter Bescheid zu sagen und ihm den Brief persönlich zu übergeben.

via Gericht

Die letzte Variante kommt eigentlich nur dann zur Anwendung, wenn bereits ein schwieriges Verhältnis zwischen dir und deinem Vermieter besteht und du damit auf Nummer sicher gehen willst. Über das bei dir zuständige Bezirksgericht kannst du auf gerichtlichem Weg kündigen.

Kann ich ein Mietanbot auch kündigen?

Bei einem Mietanbot handelt es sich um eine Art Mietvorvertrag, das ein verbindliches Angebot vom Mieter an den Vermieter beinhaltet, um einen Mietvertrag festzumachen. Wenn du dich als Mieter von diesem wieder distanzieren möchtest, ist dies nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Laut Paragraph 30a des Konsumentenschutzgesetzes kannst du von dem Mietanbot wieder zurücktreten, wenn du diesem am selben Tag der Wohnungsbesichtigung zugestimmt hast. Die entsprechende Rücktrittserklärung muss schriftlich abgegeben werden und dafür hast du genau 1 Woche Zeit.

Tipp: Wenn du ein befristetes Mietanbot verlangst, verfällt dieses mit dem vereinbarten Datum automatisch, wenn du doch kein Interesse an der Wohnung hast.

Was, wenn der Vermieter nicht auf die Kündigung reagiert?

Selbst bei einer ordnungsgemäßen Kündigung seitens des Mieters kann es sein, dass diese vom Vermieter ignoriert wird, indem er das Schreiben nicht annehmen möchte oder es Retour mit der Post schickt. Nachdem nicht davon ausgegangen werden kann, dass Mieter und Vermieter unter demselben Dach wohnen, gestaltet es sich meist schwierig, das Kündigungsschreiben persönlich vorbeizubringen. Sollte dieser Fall eintreten, kann der Mieter mittels gerichtlicher Kündigung sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Wie geht’s nach der Kündigung weiter?

Wenn die Kündigung nun erfolgreich seinen Empfänger erreicht hat, geht es darum, die darin festgehaltenen Anordnungen auch einzuhalten. Normalerweise wird die Wohnung am letzten Tag des Mietverhältnisses, der auch im Kündigungsschreiben festgehalten wurde, übergeben. Dabei wird zumeist auch gleich das Wohnungsübergabeprotokoll festgehalten. 

Es ist auch möglich, sich individuell mit dem Vermieter einen früheren Zeitpunkt zum Auszug zu vereinbaren. Ein verspäteter Auszug könnte jedoch zu unnötigem Ärger und Kosten führen und sollte lieber vermieden werden. Stelle deswegen auf jeden Fall sicher, dass du pünktlich zum vereinbarten Termin ausziehen kannst.

Wann darf der Vermieter kündigen?

Bevor der Vermieter eine Kündigung aussprechen kann, muss er zunächst einmal überprüfen, ob der Mietvertrag befristet oder unbefristet ist und ganz, teilweise oder gar nicht vom Mietrechtsgesetz erfasst wird.

Wenn es sich um einen unbefristeten Mietvertrag handelt, der nicht unter das MRG fällt, ist es zulässig, dass der Vermieter ohne triftigen Grund unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündigt. Bei einem befristeten Mietvertrag, für den das MRG nicht Anwendung findet, endet dieser grundsätzlich mit dem vereinbarten Datum. Hier kann der Vermieter nur in Ausnahmefällen eine Kündigung aussprechen.

Mietverträge unter dem MRG

Wenn dein Mietvertrag vom Mietrechtsgesetz erfasst wird, ist es dem Vermieter nur in Fällen mit guter Begründung erlaubt, zu kündigen. Hierunter fällt zum Beispiel, wenn seitens des Mieters folgenschwere Ordnungswidrigkeiten, wie kein Zahlen der Miete oder Störung des Hausfriedens, festzustellen sind. Auch im Fall von Eigenbedarf kann der Vermieter kündigen - mehr dazu findest du in diesem Beitrag.

Ebenfalls in diese Kategorie fällt die Situation, in der der Vermieter eine angemessene wirtschaftliche Verwertung anstrebt und sich der Mieter dagegen zur Wehr setzt, wie beispielsweise bei einer Mieterhöhung. Auch bei mehrmaligen Verstößen gegen die Hausordnung kann dies irgendwann eine Kündigung zur Folge haben.

Fazit

Wie du aus einem Mietvertrag ohne Probleme rauskommst, ist mindestens genauso wichtig, wie zu wissen, worauf du bei dem Abschluss eines solchen achten musst. Mit unserem Beitrag hast du nun hoffentlich ein gute Übersicht, worüber du dir im Vorhinein Gedanken machen solltest, bevor du dein Kündigungsschreiben auf den Weg schickst.

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