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Bodenbeläge in der Mietwohnung: Besteht Renovierungspflicht?

So viele Vorteile der Frühlingsbeginn auch mit sich bringt, scheint man doch jedes Jahr auf’s Neue nicht darum herum zu kommen, seinen inneren Putzmuffel in die Flucht zu schlagen. Wir haben nachfolgend ein paar hilfreiche Tipps für dich, wie du effizient und nachhaltig deine Wohnung aus dem Winterschlaf befreien kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Ablauf der Lebensdauer von Bodenbelägen entsteht kein automatischer Anspruch auf Austausch für den Mieter.
  • Wurde bei den Bodenbelägen fahrlässig gehandelt, muss der Mieter dementsprechend für den Schadensersatz aufkommen.
  • Sind Wertminderungen durch normale Abnutzung der Bodenbeläge festzustellen, wird dies in der Regel von der Miete erfasst.

Das gibt es zum Thema Bodenbeläge in Mietwohnungen zu wissen:

So unscheinbar und trotzdem solltest du als Mieter darüber Bescheid wissen: die Bodenbeläge in deiner Wohnung. Sollten sich im Boden in der Wohnung einmal Abnutzungsspuren bemerkbar machen, ist es gut zu wissen, ob für diese eine Renovierungspflicht besteht, solltest du ausziehen wollen. Starten wir mal mit den Basics!

Wie steht’s um die Lebensdauer von Bodenbelägen?

Bei Teppichböden von mäßiger Qualität handelt es sich in der Regel um eine Lebensdauer von 10 Jahren, bis diese ihren Zweck erfüllt haben. Grundsätzlich liegt es in der Verantwortung des Vermieters, den Mietgegenstand gemäß des Vertrags in angemessenem Zustand zu erhalten. Für den Austausch des Belags ist somit der Vermieter verantwortlich, egal, ob er vorher vom Vormieter oder Vermieter verlegt wurde.

Je nach Qualität und Ausführung unterscheidet sich auch die Lebensdauer bei verschiedenen Bodenbelägen:

  • Teppich und Laminat durchschnittlicher Qualität wird eine Lebensdauer von zirka 10 Jahren zugeschrieben.
  • Bei Parkettböden ist es vorgesehen, bei normalen Gebrauchsspuren nach 15 Jahren diese entweder abzuschleifen, zu versiegeln oder auszutauschen.
  • Bei Bodenbelägen aus Vinyl von mittlerer Qualität ist mit einer Nutzungsdauer von 8 bis 10 Jahren zu rechnen.

Wenn das Verlegen eines Teppichbodens vom Mieter aus eigener Tasche bezahlt wurde, muss dieser auch für die Sanierungskosten aufkommen.

Es kommt auf den Zustand der Bodenbeläge an

Auch wenn der Bodenbelag laut Lebensdauer bereits abgelaufen ist, entsteht dadurch kein automatischer Anspruch auf Ersatz. Entscheidend ist hierbei der aktuelle Bestand der Bodenbeläge, wobei auf Modetrends nicht Rücksicht genommen wird. Wenn auf einen halbwegs pfleglichen Umgang mit dem Fußboden Wert gelegt wird, sollte sich die maximale Nutzungsdauer durchaus verlängern.

Wie wird Parkettboden gehandhabt?

Diese Art von Bodenbelag führt in Mietwohnungen des Öfteren zu Auseinandersetzungen zwischen Vermieter und Mieter, wenn die angemessene Pflege thematisiert wird. Bei etwaigen Schäden am Parkett wird dann grundsätzlich überprüft, ob es sich dabei um erwartbare Abnutzungsspuren handelt oder unsachgemäße Nutzung der Fall war. Hiervon erfasst ist zum Beispiel das Tragen von hohen Schuhen mit schmalen Absätzen oder Spuren von Asche. Dass eine gewisse Wertminderung mit der Zeit durch alltäglichen Gebrauch entsteht, ist bekannt und durch die normale Miete beglichen.

Wann muss ich als Mieter für Bodenbeläge zahlen?

Wie so oft muss auch bei Bodenbelägen für den Schaden selbst Rechnung getragen werden, wenn fahrlässig gehandelt wurde. Egal ob Mieter, Mitbewohner oder Besucher etwaige Schäden verursacht haben - hier muss der Mieter zahlen. Sollte abgeschliffen und/oder versiegelt werden müssen, ist hier beim Wechseln nur der Zeitwert des Bodenbelags und nicht der Neuwert zu ersetzen.

Ähnlich wird auch mit einer Beschädigung von Teppichböden oder Laminat durch den Mieter umgegangen. Der sogenannte “Abzug neu für alt” bestimmt, wie hoch der Schadensersatzanspruch ausfällt. Die bereits verstrichene Nutzungsdauer wird hier abgezogen. Das dient dem Zweck, dass für Vermieter kein Vorteil entsteht, wenn durch die Sanierung des Bodenbelags eine Wertverbesserung erfolgt.

Worauf muss ich beim Austausch von Bodenbelägen achten?

Grundsätzlich sollten Bodenbeläge stets mit gleichem Wert ersetzt werden. Zudem sollte die Optik bei neuen Modellen berücksichtigt werden, dass diese ungefähr dem Vorgänger entspricht. Sollte ein solcher Austausch des Bodenbelags anstehen, wäre es ratsam, dieses Vorhaben mit dem Vermieter zu besprechen und die jeweiligen Vorstellungen abzustimmen.

Solltest du als Mieter einen anderen als den bisherigen Bodenbelag wollen, muss dies vorab mit dem Vermieter abgeklärt werden und dessen Zustimmung eingeholt werden. Diese Zustimmung kann auch an die Bedingung geknüpft werden, dass etwaige Aufschläge für qualitativ hochwertigere Beläge vonseiten des Mieters übernommen werden.

Was passiert bei beschädigten Bodenbelägen?

Sollte ein schadhafter Boden in der Mietwohnung vorhanden und dieser nicht vom Vermieter ausgetauscht worden sein, steht dem Mieter eine Mietminderung zu. Wie hoch eine solche Mietzinsreduktion tatsächlich ausfällt, ist von Situation zu Situation unterschiedlich. Worauf es ankommt, sind der Zustand des Bodenbelags sowie der Grad der Einschränkung in der Wohnqualität.

Kann ich den Boden als Mieter wieder mitnehmen?

Wenn du beispielsweise in eine Wohnung ziehst, die ohne Bodenbeläge ausgestattet ist, kannst du diese je nach Belieben und aus eigener Tasche bezahlt auswählen und gestalten. Wenn das Mietverhältnis endet bzw. der Mieter auszieht, muss die Wohnung im ursprünglichen Zustand übergeben werden. Darunter fallen auch die Bodenbeläge, die angemessen entfernt werden müssen.

Sollte der Vermieter Interesse daran haben, die Bodenbeläge in der Wohnung drinnen zu lassen, ist es vorgesehen, eine entsprechende Entschädigung an den Mieter zu zahlen. Über die Höhe der Ablöse entscheidet die bereits abgelaufene Dauer der Nutzung der Bodenbeläge zum Zeitpunkt der Beendigung des Mietverhältnisses.

Fazit

Auch wenn es sich um ein eher unscheinbares Thema handelt, gibt es dennoch ein paar Aspekte zu beachten, wenn du in deiner Mietwohnung die vorhandenen Bodenbeläge tauschen möchtest oder anderweitige Vorhaben im Einklang mit dem Vermieter in die Tat umsetzen willst.

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