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Tipps für Vermieter: “Ich bin Maklerin und vermiete selbst.”

Was empfiehlt eine Immobilienmaklerin, die selbst 2 Wohnungen besitzt und vermietet, an Menschen, die selbst überlegen, Vermieter zu werden? Wieso hat sie ihr Haus zugunsten von Wohnungen abgegeben? Das und vieles mehr erfahrt ihr in unserem ersten Interview mit einer Branchenkennerin.

Vermieter:in zu sein bedeutet keineswegs immer ein reines Zuckerschlecken, denn so wie in jedem anderen Job erwarten einen auch hier zahlreiche Aufgaben und Zuständigkeitsbereiche, die durchaus zeitintensiv und nervenaufreibend werden können. Aber trotzdem: Wer sein Geld gut anlegen möchte, kauft sich eine Immobilie, sei es ein Haus oder eine Wohnung, und vermietet diese.

Wir bringen Vermieter:innen, die ihre Wohnungen privat vermieten, vor den Vorhang, befragen sie zu ihren bisherigen Erfahrungen und teilen die Tipps hier mit euch. Unser Ziel: Zukünftigen Vermieter:innen einen realen Einblick in das Vermieterdasein zu geben und einen Austausch unter Vermieter:innen zu fördern, von dem jede:r profitieren kann!

Das erste Interview führen wir mit der Immobilienmaklerin Cornelia L., die selbst 2 Wohnungen vermietet. Sie kennt das Vermieter-Leben somit quasi aus zwei Perspektiven und wusste, worauf sie sich dabei einlässt. Trotzdem hat auch sie bereits Situationen erlebt, die sie in Zukunft lieber vermeiden möchte. Was genau passiert ist? Lest selbst!

Interview mit Cornelia L.

Alter: 41

Beruf: Immobilienmaklerin

Was genau vermieten Sie?

„Ich vermiete zwei Wohnungen in Wiener Neustadt.”

Wie lange sind Sie schon Vermieter:in?

„Ich habe die Wohnungen Anfang des Jahres gekauft und bin seitdem Vermieterin.” 

Wie ist es dazu gekommen?

„Ich habe ein Haus gehabt und das wollte ich eigentlich ursprünglich vermieten und hätte das aber renovieren müssen. Da ist es ja dann so, dass man bei einem 1-Objekt-Gebäude aus dem MRG rausfällt (Anmerkung d. Redaktion: Vom MRG (Mietrechtsgesetz) sind nur Mietobjekte erfasst, die mehr als zwei selbständige Wohnungen beinhalten. Somit ist es nicht auf  Ein- und Zweifamilienhäuser anwendbar) und gesetzlich ist das immer so eine Grauzone. Bei Wohnungen hab ich mir gedacht, dass das alles ein bisschen überschaubarer ist als bei einem Einfamilienhaus, da es da auch eine Hausverwaltung gibt, und hab mich dazu entschieden, dieses Haus zu verkaufen und stattdessen eben diese 2 Wohnungen zu kaufen.”

Die Vorteile am Vermieterdasein?

„Auf jeden Fall denke ich, dass das Kapital am besten angelegt ist in Immobilien, die man eben vermietet, denn im Idealfall steigt der Wert der Immobilie über die Jahre und man hat zusätzlich auch das Einkommen; die Mieten.”

Die Nachteile am Vermieterdasein?

„Der Nachteil ist natürlich, dass man nie in jemanden reinschauen kann, auf Mieter bezogen. Ich muss sagen, dass ich offensichtlich wirklich Glück gehabt habe mit meinen Mietern, aber natürlich alleine aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich halt, dass das auch nach hinten losgehen kann, wenn man zum Beispiel einen Mietnomaden hat. Dann kann der natürlich sehr viel zerstören und zunichte machen, dass man wirklich einen erheblichen Schaden davon trägt. Also das Risiko, dass Mieter nicht zahlen oder die Wohnung beschädigen, ist immer da."

Die schönsten Erfahrungen?

„Ja, da fällt mir schon eine ein. Zufälligerweise sind wir uns bei einem Mieter draufgekommen, dass mein Lebensgefährte den schon über Jahrzehnte kennt und jetzt haben wir zu dem natürlich ein sehr gutes Verhältnis und eine sehr gute Basis. Er ist auch sehr zuverlässig. Mit dem anderen hat es ein bisschen holprig begonnen, das hat sich aber dann auch eingependelt und ist jetzt auch in Ordnung. Also ich denke, dass ich da bis jetzt wirklich einen Glücksgriff gemacht habe."

Die schlimmsten Erfahrungen?

„Nein, keine wirklich schlimmen Erfahrungen, aber weil ich eben selber Maklerin bin, dachte ich, ich brauche keinen Makler, und, dass ich das selber machen kann, aber das würde ich jetzt nicht mehr machen. Die Interessenten sind nämlich zum Eigentümer selber direkt schon unverschämter, was beim Makler nicht so ist, da ist doch ein bisschen mehr Respekt da. Als Makler hat man auch bessere Möglichkeiten, die Leute zu überprüfen. Also ich würde es nicht mehr machen. Erstens ist es ein extremer Zeitaufwand und das noch neben seinem normalen Beruf, und hinzu kommt die Aufgabentätigkeit den ganzen Tag. Es kommt natürlich darauf an; meine Wohnungen sind eher kleine Wohnungen und dadurch relativ günstig, weswegen man natürlich entsprechende Klientel hat. Einmal hat mich jemand zweimal hintereinander herbestellt und ist einfach nicht gekommen und das war wirklich ärgerlich, das würde ich nicht mehr machen."

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Tipps an jene, die ins Vermieterdasein einsteigen wollen?

„Auf jeden Fall die potenziellen Mieter gut anschauen und durchleuchten und so viele Sicherheiten wie möglich geben lassen. Ich würde es auch wirklich empfehlen, einen Makler zu engagieren, auch wenn man das bezahlen muss mit der Novelle, aber ich denke, dass es das wirklich wert ist. Die Makler können ja teilweise auch die Prüfauskunft machen und die Mieter zumindest ein bisschen durchleuchten, wie die so aufgestellt sind mit ihren Zahlungen und Finanzen. Es kommt natürlich darauf an, wie groß und teuer die Wohnung ist. Bei den größeren Wohnungen hat man eine andere Klientel; da hat man eher Familien, die über Jahre drinnen bleiben, was vielleicht ein bisschen einfacher ist. Bei zwei kleinen Wohnungen hat man zwar mehr Ertrag, aber dafür halt auch diese Fluktuation der Mieter."

Etwas, das Sie vorher gerne gewusst hätten?

„Dadurch, dass ich diese Branche eben eh gut kenne und sehr viele Kunden habe, die seit Jahren schon Vermieter sind und sehr viele Objekte haben, ist mir eigentlich ziemlich alles bewusst gewesen.”

Was würden Sie so nicht mehr machen?

„Hm, ich bin manchmal vielleicht ein sehr leichtgläubiger Mensch und hatte einen Mieter, der hat mir geschrieben und Fotos geschickt – ein junger Bursche – und der war so sympathisch, dass ich ihm die Wohnung eigentlich schon zugesagt habe, weil es mir mit der Sucherei dann eigentlich auch schon gereicht hat. Und das hat sich dann als nicht so ideal herausgestellt.  Also ich würde mir den wirklich mal persönlich ansehen zu Beginn, was die meisten wahrscheinlich eh tun, und die Bescheinigung vom Einkommen geben lassen und was er verdient, wie lange und was er dort arbeitet. Einfach diese üblichen Dinge, die man tun sollte und ich da dann nicht gemacht habe, weil mir diese Suche nach geeigneten Mietern schon so auf die Nerven gegangen ist. Es hat sich dann eh alles eingespielt und ist in Ordnung, aber es ist halt jetzt nicht der perfekte Mieter, wie man sich das wünschen würde. Er hat halt keine Arbeit und da man die Arbeitslose nicht einklagen kann, war das immer oberste Priorität eigentlich für mich, dass ich darauf schaue, dass jeder einer geregelten Arbeit nachgeht. Und dass ich das verabsäume zu prüfen, war meine eigene Schuld und würde ich so nicht mehr machen.”

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